Manchmal ist die größte Bedrohung für die eigene Sichtbarkeit gar nicht das eigene Profil, sondern ein zweites, drittes oder viertes Profil desselben Unternehmens – oder gefälschte Konkurrenz-Einträge, die mit unlauteren Mitteln in der lokalen Suche mitmischen. Beides lässt sich beheben, erfordert aber Geduld und die richtige Vorgehensweise.
Wie entstehen doppelte Einträge?
Duplikate sind häufiger als man denkt und entstehen meist aus harmlosen Gründen:
- Umzug: Ein neues Profil wurde am neuen Standort erstellt, das alte aber nicht geschlossen.
- Mehrfache Anlage durch verschiedene Mitarbeiter oder externe Agenturen, die unabhängig voneinander ein Profil eingerichtet haben.
- Automatische Übernahme aus anderen Quellen: Google generiert teilweise eigenständig Einträge basierend auf Webdaten, Branchenbüchern oder Nutzervorschlägen – auch wenn schon ein offizielles Profil existiert.
- Namensänderung ohne Aktualisierung: Bei einer Umfirmierung wird manchmal ein komplett neues Profil angelegt, statt das bestehende umzubenennen.
Warum doppelte Einträge schaden
Duplikate verwässern die Sichtbarkeit gleich mehrfach: Bewertungen verteilen sich auf zwei Profile statt sich an einer Stelle zu bündeln, Google ist unsicher, welches Profil das „echte“ ist, was beiden schadet, und Kunden landen womöglich auf der veralteten, falschen Version mit alten Öffnungszeiten oder einer falschen Adresse.
Duplikat finden und zusammenführen
- Suche nach dem eigenen Unternehmensnamen auf Google Maps und in der normalen Google-Suche – Duplikate tauchen oft erst bei einer Standortsuche oder mit leicht abweichendem Namen auf.
- Beide Profile im Business-Profil-Manager prüfen: Lässt sich das doppelte Profil dort beanspruchen, ist es im eigenen Account sichtbar.
- Zusammenführung über Google anstoßen: Sind beide Profile im eigenen Account verifiziert, bietet Google in vielen Fällen automatisch eine Zusammenführungsoption an. Ist das Duplikat nicht beanspruchbar, lässt es sich über das Drei-Punkte-Menü direkt auf der Maps-Karte als „Doppelter Eintrag“ melden.
- Bei Ablehnung der automatischen Zusammenführung: Über die Google-Business-Profil-Hilfe-Community gezielt nachfragen und beide Profil-IDs angeben – das beschleunigt die manuelle Prüfung erheblich.
Spam- und Fake-Profile der Konkurrenz erkennen
Leider kommt es vor, dass Wettbewerber mit unlauteren Mitteln versuchen, in der lokalen Suche besser dazustehen – etwa durch:
- Keyword-Spam im Firmennamen („Mustermann GmbH – Bester Installateur Notdienst 24h Wien“)
- Fake-Standorte: Profile, die einen Standort vortäuschen, an dem gar kein echtes Geschäft existiert (sogenannte „Lead Generation“-Adressen, oft in Wohngebieten oder Bürogebäuden ohne Kundenverkehr)
- Mehrfach-Listings derselben Firma unter leicht unterschiedlichen Namen, um mehr Suchplätze zu belegen
- Gefälschte Bewertungen, die das eigene Profil unfair nach unten drücken oder das Konkurrenzprofil künstlich aufwerten
Spam-Profile melden – so geht’s
- Profil auf Google Maps öffnen, Drei-Punkte-Menü neben dem Unternehmensnamen anklicken.
- „Eintrag vorschlagen“ beziehungsweise „Problem melden“ auswählen.
- Konkreten Grund angeben – „Falscher Standort“, „Spam“, „Unangemessener Name“ je nach Fall.
- Wenn möglich, Belege beifügen: Screenshots, Hinweise auf öffentlich einsehbare Widersprüche (z. B. Gewerberegister-Eintrag mit abweichender Adresse).
Eine einzelne Meldung reicht oft nicht aus. Mehrere unabhängige, sachlich begründete Meldungen von unterschiedlichen Quellen erhöhen die Erfolgschance deutlich – koordinierte Massenaktionen wirken bei Google dagegen eher kontraproduktiv und können selbst als Spam-Verhalten auffallen.
Was tun, wenn die Meldung nichts bewirkt?
Bleibt das Spam-Profil trotz Meldung aktiv, hilft oft der Umweg über die Google-Business-Profil-Hilfe-Community. Dort sind „Product Experts“ aktiv, die Fälle direkt an interne Google-Teams eskalieren können – besonders bei eindeutig nachweisbaren Verstößen wie falschen Adressen oder Keyword-Spam im Namen.
„Doppelte Einträge und Spam-Konkurrenz sind ein unterschätztes Problem im lokalen SEO. Wer seine eigene Suchumgebung nicht im Blick hat, überlässt es dem Zufall – oder dem Wettbewerber.“
— Gabriel Opelt, Online-Marketing-Experte & zertifizierter KMU.Digital-Berater
Fazit
Sowohl eigene Duplikate als auch fremde Spam-Einträge lassen sich beheben – meist braucht es dafür nur die richtige Stelle im Google-System und etwas Ausdauer. Wer regelmäßig die eigene Suchumgebung beobachtet, erkennt solche Probleme frühzeitig, bevor sie der Sichtbarkeit nachhaltig schaden.
Über Gabriel Opelt
Online-Marketing-Experte · KMU.Digital-Berater
Gabriel Opelt ist Online-Marketing-Experte und zertifizierter KMU.Digital-Berater mit Spezialisierung auf lokale Sichtbarkeit und SEO. Unter der Marke OnPoint Marketing begleitet er kleine und mittlere Unternehmen im D-A-CH-Raum dabei, in der Google-Suche und auf Google Maps dauerhaft gefunden zu werden. Sein Schwerpunkt liegt auf der Optimierung von Google-Business-Profilen, lokalem SEO und der digitalen Außendarstellung regionaler Betriebe.
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